Katakomben im Berg
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Die Salzburger Katakomben – immer einen Besuch wert

Neben den wunderschönen Gassen und Plätzen der Altstadt bietet Salzburg auch ganz andere verborgene Orte. Sie zeigen Salzburg von einer ganz neuen Seite. Einen dieser Orte stellen wir dir heute vor.

Die Katakomben – Lebensraum statt Grabkammer

Für viele Besucher des Friedhofs von St. Peter sind sie nicht auf den ersten Blick zu sehen: die Katakomben der Mozartstadt, die im Festungsberg verborgen liegen.

Aber was sind diese Katakomben eigentlich genau? Einfach erklärt, handelt es sich dabei um ein in frühromanischer Zeit entstandenes Höhlensystem. Salzburg gehörte damals zum spätrömischen Gebiet und trug den Namen „Iuvavum“. Der Name „Katakomben“ ist eigentlich nicht ganz zutreffend. Denn das Höhlensystem wurde nicht direkt als Grabkammer, sondern eher als Unterschlupf und frühchristlicher Versammlungsort von den Einsiedlern des Stifts St. Peter genutzt. Diese Einsiedler hießen „Eremiten“, daher werden die Katakomben Salzburgs in Fachkreisen als „Eremitorien“ bezeichnet.

Friedhof St.Peter mit Blick auf Katakomben
© amadeushotels

Du willst die Katakomben besuchen? Dazu hast du täglich die Gelegenheit. Geschlossen sind sie nur vom 24. bis zum 26. Dezember, am 31. Dezember und am 01. Jänner.

Die Öffnungszeiten im Überblick:

  • Mai – September: 10:00 – 12:30 Uhr und 13:00 – 18:00 Uhr
  • Oktober – April: 10:00 – 12:30 Uhr und 13:00 – 17:00 Uhr

Der Eintrittspreis ist mit zwei Euro sehr günstig! Allerdings ist ein Besuch mit Kinderwagen oder Rollstuhl leider nicht möglich. Es gibt außerdem keine regulären Führungen durch die Katakomben. Für größere Gruppen und Schulklassen bietet das Stift St. Peter aber auf Anfrage kostenlose Führungen an.

Stufen in den Katakomben
© Salzburg-Wiki

Der Weg durch die Katakomben

Der Eingang befindet sich in der „Kommunegruft“, das ist die einzige Grabstätte in den Katakomben. Die Gruft diente früher als eine Art Zwischenlager für Verstorbene. Die Toten wurden in der Gruft untergebracht, wenn gerade alle Gräber am Friedhof besetzt waren. Erst wenn wieder eines verfügbar war, konnten sie begraben werden. Heute befinden sich in der Kommunegruft die Gräber von Persönlichkeiten wie Anna Maria („Nannerl“) Mozart, Michael Haydn und der Baumeister des Salzburger Domes, Santino Solari.

Ist der kleine Treppenweg mit 48 unebenen Stufen einmal geschafft, befindest du dich in der Gertraudenkapelle. Der Weg führt anschließend zu einer kleinen Aussichtsplattform. Diese bietet einen einmaligen Blick über die Stiftskirche St. Peter, den Dom und einen großen Teil der Altstadt. Nach einem weiteren Anstieg erreichst du die Maximuskapelle, sie ist die höchstgelegene der drei Kapellen in den Katakomben.

Besucher im Friedhof St. Peter

Vom Irrtum zur Legende – die Anekdote zur Maximuskapelle

Den Namen bekam die Kapelle vom heiligen Maximus, doch wurde sie durch einen Fehler zur Legende- Denn die Gedenktafeln in der Kapelle erzählen vom (angeblichen) Martyrium des heiligen Maximus:
Als sich die Römer aus der Provinz zurückzogen, begannen die Germanen, das Gebiet zu belagern. Der heilige Maximus, versteckte sich mit 55 Gefährten in den Katakomben. Während der Belagerung stürzte er sich mit ihnen von den Höhlen in die Tiefe. All das geschah zwar wirklich. Allerdings nicht in Salzburg! Tatsächlicher Schauplatz war das Gebiet des heutigen Schlögen an der Donau. Der Abt von St. Peter, Kilian Püttricher, vertauschte die Gebiete „Ioviacum“ und „Iuvavum“. Damit verlegte er das Martyrium des Priesters Maximianus nach Salzburg und machte es zum Leidensweg des Maximus.

Friedhof mit Blick auf Katakomben
©Salzburg-Info

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